Thomas Hubers Stadt wie auch sein 'Schauplatz' sind bloßer Entwurf. Nur als solcher sind sie Faktum, Tat-Sache: Bild nämlich. Und als solcher oszilliert er ständig zwischen "dem Leben selbst" und der Idee, die "die absolute Wahrheit ausdrückt", wie Tarkowskij schreibt... Wohlbefindlichkeit als anthropologische Konstante findet so beispielsweise nachvollziehbare Widerspiegelung in den Bildern - und so untrennbar auch in der vorgestellten Situation. Zwar fehlen Menschen in Hubers Entwürfen, aber gerade dies lädt uns ein. Der Bildbetrachter wird dadurch gleichsam zum imaginären Eintritt geladen, zum Spazieren, zum Verweilen, zum Parlieren, zum Flanieren, zum Sein...
Raimund Stecker in: Schauplatz, Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen, Düsseldorf 1998