|
|
Kritikerstimmen |
Thomas Huber ist bildender Künstler. Er malt Bilder. Doch die Bilder stehen in seinem Werk nicht allein. Sie werden begleitet von Reden, die der Künstler in seinen Ausstellungen im Angesicht der Bilder hält. Dem Raum, den die Bilder eröffnen, wird der Sprachraum der Rede gegenüber und zur Seite gestellt (...) Im Dialog von Bild und Sprache, in der Reflexion über das Verhältnis beider zueinander, umkreisen Hubers Texte auf den labyrinthischen Wegen seines Werkes den Kern artistischer Produktion in unserer Zeit: Die Frage nach dem Ort des Künstlerischen. Dabei spricht der Künstler - in den Gezeiten ikonoklastischer Skepsis - der Kunst das Vermögen der Sinnstiftung zu, und bestimmt sie so, in pointierter Zuspitzung, als die einzige Hoffnung tragende Kraft unserer Zeit (...) Thomas Huber bestimmt das Bild als die Grenze zweier Reiche, als die Schwelle, die zwei unterschiedliche Sphären trennt und uns die Möglichkeit des Übertritts eröffnet (...) Das Bild ist die Zone, in der uns der verwandelnde Übergang von einem Bezirk in den anderen eröffnet wird. Der Raum, den das Bild eröffnet, ist der Ort dieses Übergangs, ist der Bezirk, in dem die Texte Thomas Hubers unterwegs sind.
Carsten Ahrens in: Das Bild, Hannover 1992
Thomas Hubers Stadt wie auch sein "Schauplatz" sind bloßer Entwurf. Nur als solcher sind sie Faktum, Tat-Sache: Bild nämlich. Und als solcher oszilliert er ständig zwischen dem "Leben selbst" und der idee, die "die absolute Wahrheit ausdrückt", wie Tarkowskij schreibt, zwischen dem und Vorgestellten und dem Vorstellbaren.
Raimund Stecker in: Schauplatz, Düsseldorf 1998
Thomas Hubers Bilder und Texte handeln immer von Kunst. Von den Problemen des Bildermalens, der perspektive, des Bildraumes, von Figur und Grund und von der Frage der Repräsentation. Sinnzusammenhänge, die außerhalb des Bildraumes, der Kunst, liegen, kommen für ihn nicht in Frage. Der Sinn von Kunst kann nur in der Kunst selber gefunden werden. Aber nicht in der heilsuchenden Art der jüngeren Kunstgeschichte. Der ironische Ton der Alltagsmetaphern, mit denen Thomas Huber sich mit den großen Themen beschäftigt und kleine orangene Zwerge, die durch die Bilder turnen, bewahren uns vor ideologischer Verhärtung und davor, den Bildern nur als schöner Malerei aufzusitzen. Wer in Thomas Hubers Bild- und Denkwelt eintritt, hat Teil an seinen zwiespältigen Gedanken über die Möglichkeiten der Kunst.
Philomene Magers in: Bilder schlafen, Köln 1998
So baut Thomas Huber, malend und Bildergeschichten erzählend, unablässig an seiner sich ständig wandelnden, wachsenden und doch unverkennbar bleibenden 'Seelenwohnung'. Braucht unsere Seele denn eine Wohnung? Und braucht sie dazu die Kunst, in der doch nichts wirklich 'eindeutig' ist? Wer sonst wenn nicht die Kunst, würde Thomas Huber in seiner bescheidenen Unbescheidenheit antworten, sollte diese Wohnungen bauen!
HD. Jünger in: Wie Bilder schlafen und Seelen wohnen, 2003